Heilige Jagd

Ein Seminar für Jäger auf der Suche

Jäger sind in unserer Gesellschaft, neben dem Beruf des Schlachters die einzigen Menschen, die aktiv Leben nehmen, um anderen Menschen Nahrung bereit zu stellen. Unsere Kultur hat das Töten und Sterben als Bestandteil des Lebens ausgegrezt und verdrängt.

Statt Dank für ihre verantwortugsvolle Tätigkeit erfahren Jäger heute oftmals Unverständnis oder sogar Ausgrenzung – oder sie grenzen sich selber aus, indem sie andere Landschaftsnutzer anpöbeln, weil sie sich bei ihrer Tätigkeit gestört fühlen oder durch ihr Verhalten am „Jägerstammtisch“, wo es bei reichlich Alkohol nur ganze Kerle mit lauten Geschichten gibt. Leise, nachdenkliche Töne haben meist keinen Platz.

In alten Kulturen gab es für die Jäger Zeremonien und Rituale zur Vor- und Nachbereitung, zur Reinigung der Jäger – vor wie nach der Jagd. Sie wurden vom ganzen Stamm verabschiedet und nach der Jagd wieder willkommen geheißen und hatten Raum ihre Geschichten zu teilen – wo findet das heute noch statt?

Über den Buschmann der Kalahari, den wohl ältesten Jäger der Erde heißt es: „Sein Töten war unschuldig, wie das des Löwen, weil er nur tötete, um sich am Leben zu erhalten. Er tötete niemals aus Vergnügen oder um des Tötens willen, und wenn er tötete, so tat er es merkwürdig zurückhaltend und voller Bedauern über die begangene Tat.“

Wenn Du nach erfolgreicher Jagd am erlegten Tier stehst und da ist ein Schmerz, eine Traurigkeit, fast im Widerspruch zur Freude über die erfolgreiche Jagd, wenn Du nach Wegen suchst, diese unklare Gefühlslage aus Freude, Schmerz, Dankbarkeit und Wehmut in gute, heilsame Bahnen zu lenken, dann bist Du hier richtig!

Leider wird uns in der heute üblichen Jagdausbildung nicht vermittelt, was es für uns bedeutet, einem uns verwandtem Wesen, einem Säugetier, das Leben zu nehmen. Wir erlernen viel theoretisches Wissen, und auch etwas Praxis, eben das, was es braucht um die Prüfung zu bestehen. Dann, wenn es ernst wird, nämlich nach der bestandenen Jägerprüfung, sitzen die meisten Jäger ziemlich verunsichert und vor allem allein im Wald oder Feld auf ihr erstes Tier an.

Kurzum, es wurstelt sich eben jeder irgendwie allein zurecht und legt sich mit der Zeit ein mehr oder minder dickes Fell zu. Man kommt zurecht – aber sind Sie zufrieden mit diesem Zustand?

Es wird heute, wie bei so vielem in unserer Kultur, auch bei der Jagd viel Wert auf Äußerliches und Materielles gelegt. Es geht um die ideale Kleidung, Waffen- und Geschosstypen, Abschusszahlen, Trophäenbewertung, Rechtliches und Brauchtum.
Und wo bleibt der Mensch?
Wer kümmert sich darum, dass ein Raum geschaffen wird, in dem es dem Jäger möglich ist, über seine Gefühle zu sprechen, darüber, was es für ihn bedeutet das Leben eines anderen Wesens mit Gewalt zu beenden?

Was war Deine Motivation damals den Jagdschein zu machen? Hat sich diese Motivation inzwischen verändert? Träumtest Du einst von der Romantik der Jagd und findest Dich nun aufgrund steigender Wildschäden in der Realität als Wildschadensbekämpfer wieder?

Was empfindest Du, wenn Du ein Tier erlegt hast? Freude, Stolz, Respekt, Schmerz? Lässt Du diese Gefühle zu oder machen sich gleich an die „rote Arbeit“? Auf welche Weise erweist Du dem Wild die letzte Ehre? Folgst Du dabei den „Traditionen“ aus den Lehrbüchern oder suchst Du nach Wegen diese mit Lebendigkeit und Sinn zu füllen?

Zeitraum: Freitag 18:00 bis
Sonntag 15:00 Uhr.

Termin: 26.-28. Oktober 2018

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.

Preis: 360 Euro, zzgl. 95 Euro für Unterkunft und Verpflegung

 

Dieses Seminar richtet sich an Menschen, die bereits seit einigen Jahren den Weg des Jägers gehen und die das Gefühl haben, ihnen würde dabei noch etwas Wesentliches fehlen.

In diesem Kurs schaffen wir Raum für gegenseitigen Austausch, für Hören und Gehörtwerden. Wir sprechen über die Rolle des Jägers in alten Kulturen und die Wertschätzung, die ihm auch heute gebührt.
Es besteht die Möglichkeit,  einen neuen Zugang zur Jagd zu finden.

Inhalte: Jagdethik, die Kraft des Kreises, Medicinwalk, Räucherritual, Brauchtum neu besetzen, Danksagung u.a.