Ein Seminar für Jäger

Wenn Sie leise Skrupel haben, an der zur Fütterung verkommenen Kirrung zu schießen, wenn Sie den Schluck „Jagdglück“ mit Ihren Jagdkumpanen nach dem Abschuss nicht mehr genießen können, wenn Sie nicht mehr tagelang jedermann ungefragt ihre Erfolgsgeschichte aufdrängen mögen – dann sind Sie hier richtig!

Wenn Sie nach erfolgreicher Jagd am erlegten Tier stehen und da ist auch ein tiefer Schmerz, eine Traurigkeit, fast im Widerspruch zur Freude über die erfolgreiche Jagd, wenn Sie nach Wegen suchen, diese unklare Gefühlslage aus Freude, Schmerz, Dankbarkeit und Wehmut in gute, heilsame Bahnen lenken wollen – dann sind Sie hier richtig!

Über den Buschmann der Kalahari, den wohl ältesten Jäger der Erde heißt es: „Sein Töten war unschuldig, wie das des Löwen, weil er nur tötete, um sich am Leben zu erhalten. Er tötete niemals aus Vergnügen oder um des Tötens willen, und wenn er tötete, so tat er es merkwürdig zurückhaltend und voller Bedauern über die begangene Tat.“
Was empfinden Sie, wenn Sie ein Tier erlegt haben? Freude, Stolz, Respekt, vielleicht Schmerz?

Was war Ihre Motivation damals den Jagdschein zu machen? Hat sich diese Motivation inzwischen verändert? Träumten sie einst von der Romantik der Jagd und finden sich nun aufgrund steigender Wildschäden in der Realität als Wildschadensbekämpfer wieder?
Was empfinden Sie, wenn Sie ein Tier erlegt haben? Freude, Stolz, Respekt, vielleicht sogar Schmerz? Lassen Sie diese Gefühle zu oder machen sich gleich an die „rote Arbeit“? Auf welche Weise erweisen Sie dem Wild die letzte Ehre? Folgen Sie dabei den „Traditionen“ aus den Lehrbüchern oder suchen Sie nach Wegen diese wieder mit Lebendigkeit und Sinn zu füllen?

Leider wird uns in der heute üblichen Jagdausbildung nicht vermittelt, was es für uns bedeutet, einem uns verwandtem Wesen, einem Säugetier, das Leben zu nehmen. Wir erlernen viel theoretisches Wissen, und auch etwas Praxis, eben das, was es braucht um die Prüfung zu bestehen. Dann, wenn es ernst wird, nämlich nach der bestandenen Jägerprüfung, sitzen die meisten Jäger ziemlich verunsichert und vor allem allein im Wald oder Feld auf ihr erstes Tier an. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland erlauben es nicht, dass ohne Jagdschein ein Tier erlegt werden darf. Und die wenigsten angehenden Jäger hatten einen Lehrprinzen, der ihnen dies in seiner Begleitung doch ermöglicht hat oder der sie auch noch nach der bestandenen Prüfung weiter begleitet hat.

Kurzum, es wurstelt sich eben jeder irgendwie allein zurecht und legt sich mit der Zeit ein mehr oder minder dickes Fell zu. Man kommt zurecht – aber sind Sie zufrieden mit diesem Zustand?
Es wird heute, wie bei so vielem in unserer Kultur, auch bei der Jagd viel Wert auf Äußerliches und Materielles gelegt. Es geht um die ideale Kleidung, Waffen- und Geschosstypen, Abschusszahlen, Trophäenbewertung, Rechtliches und Brauchtum.
Und wo bleibt der Mensch?
Wer kümmert sich darum, dass ein Raum geschaffen wird, in dem es dem Jäger möglich ist, über seine Gefühle zu sprechen, darüber, was es für ihn bedeutet das Leben eines anderen Wesens mit Gewalt zu beenden?

Jäger sind in unserer Gesellschaft, neben dem Beruf des Schlachters, die einzigen Menschen, die aktiv Leben nehmen. Man könnte sagen, unsere Kultur hat das Töten an diese beiden Gruppen delegiert.
In alten Kulturen gab es für die Jäger Zeremonien und Rituale zur Vorbereitung, zur Reinigung der Jäger vor der Jagd, ebenso wie nach der Jagd. Sie wurden vom ganzen Stamm verabschiedet und nach der Jagd wieder willkommen geheißen – wo findet das heute noch statt?
Statt Dank erfahren die Jäger heute oftmals Unverständnis oder sogar Ausgrenzung – oder sie grenzen sich selber aus, wie durch das Verhalten am „Jägerstammtisch“, wo es bei reichlich Alkohol nur ganze Kerle mit lauten Geschichten gibt. Leise, nachdenkliche Töne haben hier meist keinen Platz.

Dieses Seminar richtet sich an Menschen, die bereits seit einigen Jahren den Weg des Jägers gehen und die das Gefühl haben, ihnen würde dabei noch etwas Wesentliches fehlen.

In diesem Kurs wollen wir Raum schaffen für gegenseitigen Austausch, für Hören und Gehörtwerden. Wir sprechen über die Rolle des Jägers in alten Kulturen und die Wertschätzung, die ihm auch heute gebührt.
Es besteht die Möglichkeit, durch Teilnahme an uralten heilsamen Zeremonien und Ritualen Frieden zu schließen mit den Wildtieren und einen neuen Zugang zur Jagd zu finden.

Zeitraum: Donnerstagabend bis Sonntagmittag.

Termin: Dieser Kurs findet zur Zeit nur auf Anfrage für Gruppen ab sechs Teilnehmern statt.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.

Preis: 460 Euro, zzgl. 115 Euro für Unterkunft und Verpflegung